Pädagogisches Konzept

zur Einrichtung

einer Gemeinschaftsschule

am

Schulstandort Nordstrand

Stand: 26.03.2015

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus der Schulleitung, Kolleginnen und Kollegen sowie Eltern unserer Schule, hat auf der Grundlage der bisher bekannten Eckpunkte zur Gemeinschaftsschule, der Gemeinschaftsschulordnung vom 1. August 2011 und des Schleswig-Holsteinischen Schulgesetzes dieses pädagogische Konzept erarbeitet. Es wird nicht als fertiges Produkt verstanden, sondern als ein Konzept, das von allen Beteiligten prozesshaft evaluiert und weiterentwickelt wird.

 

1. Grundsätzliches zur pädagogischen Zielsetzung der Schule

Unsere Schule ist eine Gemeinschaft, die jeden Einzelnen im Sinne der Inklusion mit allen Kräften stützt.

Dabei berücksichtigen wir projektorientierte und jahrgangsübergreifende Lerngruppen..

Gleichzeitig wird von jedem erwartet, dass er zur gemeinsamen Arbeit aktiv beiträgt.

Wir gehen auf die Herausforderungen der Zukunft ein, ohne Bewährtes zu vernachlässigen.

Wir erkennen die Vielfältigkeit der Begabungen unser Schülerinnen und Schüler als Bereicherung und sehen es als unsere besondere Aufgabe an, sowohl hochbegabte als auch lernschwache Kinder gleichermaßen zu fördern.

Erzieherische Herausforderungen in Konfliktsituationen werden gemeinsam mit der Schulsozialarbeit umsichtig und kompetent gelöst.

Das „Tandem“, bestehend aus Förderschul- und Gemeinschaftsschullehrkraft, arbeitet bei Konflikten eng miteinander zusammen. Sie führen Schüler- und Elterngespräche und nehmen an Unterrichtsstunden teil.

In Zusammenarbeit mit der jeweiligen Klassenlehrkraft führt die Schulsozialarbeiterin in den Klassen 1 bis 4 sowie 5 und 6 das Gewaltpräventionsprogramm „Faustlos“ durch.

Darüber hinaus arbeiten die Klassenlehrkräfte alternativ mit dem Programm „Fit und stark“.

In regelmäßigen Abständen werden Deeskalationstraining und Suchtpräventionsprogramme durchgeführt.

2. Schulsituation

2.1 Einzugsbereich

Die Schülerinnen und Schüler kommen aus der Gemeinde Nordstrand, der Gemeinde Elisabeth-Sophien-Koog, der Gemeinde Hattstedt, aus Horstedt und aus Husum.

Die Gymnasiasten werden bisher überwiegend auf den beiden Husumer Gymnasien oder einer der Gemeinschaftsschulen in Husum angemeldet.

2.2 Schulträger

Der Schulträger ist die Gemeinde Nordstrand.

Mit der Gemeinde Elisabeth-Sophien-Koog besteht ein Kooperationsvertrag.

Der Schulträger beschäftigt den Hausmeister (Vollzeit), die Sekretärin (20 Stunden), die Sozialpädagogin (halbe Stelle), die Schulbegleiterin und die Schulbetreuung.

2.3 Ausstattung

Die Schule verfügt über mehrere Fachräume, wie z.B. über einen gerade neu eingerichteten Nawi- und Informatikraum. Außerdem gibt es eine Schülerbücherei, einen Raum für die Hausaufgabenbetreuung sowie Räume zum Spielen und Ausruhen.

2.4 Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätte und Schule

Zwischen der KiTa und der Herrendeichschule besteht ein Kooperationsvertrag. Hierin wird die enge Zusammenarbeit zwischen KiTa und Schule beschrieben. In zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen wurde für die Kooperation geworben und die Umsetzung gefordert. Diese Kooperation wird seither auf Nordstrand „gelebt“ und von allen Seiten sehr positiv empfunden.

Jedes Jahr von Januar bis Juli holt der Schulbus einmal wöchentlich die zukünftigen Schulanfänger vom Kindergarten ab. An der Herrendeichschule werden die Vorschulkinder fröhlich begrüßt. In den Räumen der „Betreuung“ finden die Kinder ihren Platz. Sie reisen ins Zahlenland, werden im phonologischen Bewusstsein gefördert, machen erste graphomotorische Übungen, hören Geschichten und spielen.

In Unterrichtsstunden zusammen mit den Erstklässlern erfahren sie Einblicke in die Welt der Schulkinder. In den Pausen spielen Vorschulkinder und Schulkinder gemeinsam auf dem Schulhof. Mit viel Freude und Begeisterung sind die Kinder dabei. Die Rückfahrt mit dem Schulbus beendet die vorschulischen und außergewöhnlichen Vormittage der Kindergartenkinder.

Es ist eine große Erleichterung für die Eltern, dass den Kindern der Übergang zur Schule auf diese Weise ermöglicht wird.

Ein räumliches Näherkommen könnte die Zusammenarbeit weiterhin verbessern. KiTa und Schule würden z.B. die Mensa gemeinsam nutzen. Die Mensa stellt das Verbindungsglied zwischen KiTa- und Schulgebäude dar. Eine räumliche Integration der KiTa in die Schule wird sowohl von Vertretern der KiTa als auch von Seiten der Schule abgelehnt. Beide Einrichtungen sollten ein eigenständiges Erscheinungsbild haben und somit in getrennten Bauwerken untergebracht sein. Die Idee des Baus einer KiTa auf Teilen des jetzigen Schulhofes der Herrendeichschule und der Verbindung der beiden Einrichtungen mit einer Mensa wird von KiTa- und Schulleitung begrüßt. Für die Insel Nordstrand würde ein neuer Lebens- und Bildungsmittelpunkt entstehen, der zu einem Bildungszentrum ausgeweitet werden könnte.


3. Formen gemeinsamen Lernens

Gemeinsames Lernen ermöglicht unseren Schülerinnen und Schülern, voneinander zu lernen und sich gegenseitig auf verschiedenen Ebenen zu fördern.

Aufgrund der sinkenden Schülerzahlen werden die Klassen 1 und 2 sowie 3 und 4 der Grundschule und die Klassen 5 und 6 der Orientierungsstufe zu Klassenverbänden zusammengelegt. Es wird sowohl binnendifferenziert als auch jahrgangsübergreifend nach Anforderungsebenen aufgeteilt sowie projektbezogen gearbeitet. Durch diesen flexiblen Umgang mit Differenzierungsmöglichkeiten bemühen wir uns, jedem Kind gerecht zu werden.

3.1. Gemeinsames Lernen in den Jahrgangsstufen 5 und 6

Im Unterrichtsverlauf der Klassen 5 und 6 gibt es keine äußere Differenzierung.

Die Binnendifferenzierung wird durch Umsetzung geeigneter Methoden geleistet.

Die Schülerinnen und Schüler werden nach ihren Begabungen und ihrem individuellen Leistungsstand gefördert und gefordert. Grundlage und Ziel der Arbeit in der Orientierungsstufe ist die Erweiterung und Festigung von Grundfähigkeiten und -fertigkeiten sowie der Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenz.

Bei nicht mehr ausreichenden Leistungen in einem Fach oder bei deutlich über dem Durchschnitt der Klasse liegenden Leistungen wird differenziert gearbeitet.

Der individuelle Förderplan legt für Integrationsschüler fest, nach welchen Vorgaben sie am regulären Unterricht teilnehmen.

Die Schülerinnen und Schüler steigen ohne Versetzungsbeschluss auf. Zeugnisse in Klasse 5 und 6 werden als Notenzeugnisse mit ergänzendem Kompetenzraster erteilt. Zusätzlich kann auf Begabungen, Stärken und Nichtstärken hingewiesen werden.

Die Versetzung nach Klasse 7 erfolgt, wenn die Leistungen in nicht mehr als einem Fach schlechter als ausreichend sind. Die Klassenkonferenz beschließt über eventuelle Ausnahmen.

In der Orientierungsstufe wird im naturwissenschaftlichen Lernbereich das Fach NAWI eingeführt und jahrgangsübergreifend unterrichtet. Das Fach knüpft an den Heimat-, Welt- und Sachunterricht der Grundschule an und führt die dortigen Lernfelder in neuen thematischen Zusammenhängen weiter. Es werden methodische Grundlagen geschaffen, welche die Schülerinnen und Schüler befähigen, den Phänomenen der Umwelt zunehmend naturwissenschaftlich zu begegnen. Das Ziel ist ein sicherer Umgang mit naturwissenschaftlichen Erkenntnismethoden. Dabei werden die regionalen Voraussetzungen für ein lebensnahes Lernen in der Natur benutzt.

In der Orientierungsstufe wird im sozialwissenschaftlichen Lernbereich das Fach Weltkunde eingeführt und jahrgangsübergreifend unterrichtet. Das Fach knüpft an den Sachunterricht der Grundschule an und führt die dortigen Lernfelder in neuen thematischen Zusammenhängen weiter. Es werden die methodischen Grundlagen geschaffen, welche die Schülerinnen und Schüler befähigen, sich mit geschichtlichen, geografischen und sozialpolitischen Themen und Inhalten zu befassen, diese zu erkennen und in ihren unterschiedlichen Darstellungsformen zu bearbeiten.

3.2 Lernen in den Klassenstufen 7 bis 10

Diese Klassenstufen sind mit verstärkten Projektphasen, Praktika und einer intensiven Berufsorientierung verbunden.

Am Ende der Jahrgangsstufe 8 erhält der Schüler oder die Schülerin auf der Grundlage seines bzw. ihres Leistungsstandes im Zeugnis einen schriftlichen Hinweis auf den zu erwartenden Abschluss in der Sekundarstufe.

Im Abschlussjahr wird ein Abschlussprojekt im Rahmen der Abschlussprüfung absolviert.

In den Klassen 7 – 10 werden die Fächer NAWI und Weltkunde verstärkt selbstorganisiert, projekt- und handlungsorientiert erarbeitet. Die Themen orientieren sich an den Fachanforderungen.

 

WPU ( Wahlpflichtunterricht )

  1. Wir wollen folgende WPUs für jeweils ein Schuljahr anbieten :

-       Französisch Klassen 7 / 8    4stündig

-       Französisch Klassen 9 / 10   4stündig

-       und jeweils mindestens 3  4stündige WPUs

Für die Angebote wollen wir sowohl die Neigungen und Interessen des Kollegiums als auch Vorschläge der Schülerinnen und Schüler, der Eltern und auch schulexterner Personen nutzen.

  1. Eine Versetzung in die Klasse R 10 ist nicht möglich, wenn ein WPU mit „ungenügend“ beurteilt wird.
  2. WPU kann mündliches Prüfungsfach sein.
  3. Die Noten aller WPUs der letzten beiden Schuljahre sind für das Erreichen des Abschlusses relevant.

3.3 Individuelle Förderung und Lernberatung

3.3.1 Förderkonzept Grundschule

  1. Die in der Klasse unterrichtenden Lehrkräfte dokumentieren den Lern- und Sozialentwicklungsstand der Schüler.
  2. Bei Bedarf findet ein fächerübergreifender Austausch statt, um den Förder- bzw. Forderbedarf des Schülers/der Schülerin sowohl bezüglich der Anspruchsebene als auch bezüglich des Fachbereichs zu ermitteln.

1. Die Selbsteinschätzung des Schülers/der Schülerin wird in den Planungsprozess

   einbezogen.

2. Der Klassenlehrer/die Klassenlehrerin analysiert die so gewonnenen Informationen  

   und erarbeitet aus diesen ein individuelles Förderungs- bzw. Forderungskonzept   und stimmt dieses mit den in der Klasse unterrichtenden Lehrkräften und der Schulleitung ab.

  1. Die geplanten Maßnahmen werden mit den Eltern und im Anschluss daran auch mit dem betroffenen Schüler/der betroffenen Schülerin besprochen, um einen möglichst breiten Konsens zu erzielen.
  2. Die Planung enthält verbindliche zeitliche Rahmenabsprachen, Zielvorgaben und konkrete Absprachen zur Überprüfung der einzelnen Schritte auf dem Weg zur Erreichung der Zielvorgaben.

3. Erweisen sich die geplanten und durchgeführten Fördermaßnahmen nicht als ziel-führend oder stellt sich der Förderbedarf als umfassender als zunächst angenommen heraus, werden die Sonderschullehrkraft, außerschulische Fachkräfte und ggf. die Klassenlehrkraft der nächsthöheren Klasse beratend hinzugezogen.

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3.3.2 Mögliche Maßnahmen zur individuellen Förderung bzw. Forderung:

1. Individueller, auf einen klar begrenzten Förder-/ Forderaspekt zugeschnittener

    Lernplan.

   2. Individualisierung des Unterrichts unter Einbeziehung der Möglichkeit eines

   Nachteilsausgleichs, speziellen Aufgabenstellungen in einzelnen Fachbereichen

oder die Ausweisung eines über den Lehrplan hinausgehenden Anspruchsniveaus  

   für einen Fachbereich.


3.3.3 Förderkonzept Orientierungsstufe

  • Es gibt keine äußere Differenzierung.
  • Bei nicht mehr ausreichenden Leistungen werden differenzierte Lernangebote erstellt.
  • Ebenso bei deutlich über dem Durchschnitt der Klasse liegenden Leistungen.
  • In den schulartübergreifenden Klassen findet individuelles Fördern und Fordern für leistungsstarke bzw. –schwache Schülerinnen und Schülern statt.
  • Kernfächer werden wenn möglich von 2 Lehrkräften im Team unterrichtet;
    • Bsp: für Freiarbeit oder EVA eine Lehrkraft, die zweite für spezielle Förderarbeit (Legasthenie, Lesekompetenz u. ä. ).
  • Arbeiten / Tests: Die Basisarbeit ( 70 % ) muss von allen Schülerinnen und Schülern bewältigt werden; Profilaufgaben (30 % ) sind dann fakultativ; alle Ergebnisse kommen als Vorschlag für die spätere Schulart in das Zeugnis (unterschiedliche Leistungsniveaus)
  • Es sollen in der Orientierungsstufe möglichst viele Klassenlehrerstunden erteilt werden für individuelle und flexible Stundengestaltung.
  • Als Voraussetzung für den Einsatz von „Fit und Stark“ und des Methodentrainings ist die Förderung der Lernkompetenzen notwendig.
  • Individuelle Ergebnisse können in Portfolios erstellt und gesammelt werden.
  • Die Mitarbeit der Eltern und älteren Schülerinnen und Schüler ist erwünscht bei
  • der Betreuung der Hausaufgaben
  • den Angeboten von Projekten ( Sport, Theater, Werken u ä )
  • den Lernpartnerschaften innerhalb der Klassen.

3.3.4 Förderkonzept für die Klassen 7-10

1. Lerngruppen

Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler unterstützen und helfen sich in den heterogenen Lerngruppen.

2. Mitarbeit der Eltern

Eltern sind mitverantwortlich für z. B. das Bereitstellen und Vorhalten der Arbeitsmaterialien, den regelmäßigen Schulbesuch, ….

Besondere Fähig- und Fertigkeiten der Eltern sollen projektmäßig mit in den Unterricht einbezogen werden.

3. Methodenkonzept

Das schuleigene Konzept wird in allen Klassen verbindlich zum Tragen kommen.

EVA- Stunden werden zum festen Bestandteil des Stundenplanes.

4. Zeitlich begrenzte Hilfen

Schülerinnen und Schüler werden zu Lernhelfern ausgebildet, um zeitlich begrenzte Lernprobleme überwinden zu helfen.


5. Flexklasse

Unsere Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, nach dem 7. Schuljahr die Flexklasse in Husum zu besuchen.

6. Zusammenarbeit

Die enge Zusammenarbeit mit dem Förderzentrum ist durch die tägliche Anwesenheit einer Förderschullehrkraft gegeben.

Die Schule arbeitet eng mit dem schulpsychologischen Dienst zusammen.

7. Fortbildungsplanung

Der Fortbildungsplan basiert auf den Qualifizierungsanforderungen der Schule.

Selbstverständlich sind jede Kollegin und jeder Kollege verpflichtet, sich in den studierten Fächern weiterzubilden und sich fachfremd fortzubilden. Im Bedarfsfall ist der fachfremden Lehrkraft Vorrang zu gewähren.

Thematische Planungen beinhalten zum Beispiel:

Methodentraining, gegenseitige Fort- und Weiterbildung in Fachkonferenzen, jahrgangsübergreifender Unterricht, offener Unterricht im Team, pädagogische Konferenzen, kollegiales Feedback, kollegiale Intervision lernen, kollegiale Konfliktbearbeitung.

3.4 Binnendifferenzierung

Ziel ist es, den klasseninternen Lerngruppen den Zugang zu Unterrichtsinhalten auf vielfältige Weise zu ermöglichen, wobei eine gemeinsame Ausgangsinformation immer die Grundlage bildet.

Die Lehrkraft steht den Lerngruppen beratend zur Seite bzw. greift fördernd in die Arbeitsprozesse ein.

In Klassenverbänden mit einem großen Anteil an Förderschülern ist es erforderlich, eine zweite Lehrkraft (Förderschullehrkraft) einzusetzen, um einen nachhaltigen Lernerfolg zu gewährleisten.

  1. 3.5Klassen- und schulartübergreifende Lerngruppen

Aufgrund der sinkenden Schülerzahlen und der daraus resultierenden geringeren Zuweisung an Lehrerstunden ist das Lernen in fächer-, schulart- und jahrgangsübergreifenden Lerngruppen unumgänglich.

Dies betrifft alle Klassenstufen (1 – 10) und kann ggf. für alle Unterrichtsfächer gelten.

Eine bereits bestehende klassen- und schulartübergreifende Wahlpflichtfachdifferenzierung wird beibehalten.

3.6 Lernarrangements für individuelles Lernen

Heterogene Lerngruppen erfordern Unterrichtsmethoden, die dem individuellen Lern-vermögen angepasst sind, so dass jede/r Schüler/in entsprechend seiner/ihrer

Begabung gefördert werden kann. Arbeitsaufträge mit unterschiedlichem Leistungsniveau, Helfersysteme, individuelle Fördermöglichkeit (auch einzelner Schüler/innen) müssen Bedingung sein. Neben angemessenen Klassenräumen müssen Räume für Lerngruppen- oder Förderarbeit mit entsprechender Ausstattung zur Verfügung stehen; dazu sind teilweise bereits Veränderungen erfolgt, die weitergeführt werden müssen.


4. Qualitätssicherung/ Schulabschlüsse

4.1 Anforderungsebenen

Der Unterricht ist an den Fachanforderungen ausgerichtet.

Inhalte werden, wie dort vorgesehen, auf verschiedenen Anspruchsebenen vermittelt.

An der Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler orientierte Themen ermöglichen anschauliche und handlungsorientierte Zugänge zu grundlegendem Wissen. Auf einer weiteren Ebene werden praktisch-theoretische Kenntnisse vertiefend reflektiert und deren Übertragung auf andere Wissensbereiche erprobt.

In Verbindung mit Methoden eigenständiger Erarbeitung sowie Analyse und Verknüpfung zusätzlicher Wissensbereiche wird auf einer abstrakteren Anforderungsebene Lernstoff im Hinblick auf seinen Gehalt und seine Bedeutung zielorientiert erschlossen.

An der Gemeinschaftsschule Nordstrand können der Erste allgemeinbildende Schulabschluss (ESA) und der Mittlere Schulabschluss (MSA) erreicht werden.

4.2 Berufsorientierung

Jugendliche müssen lernen, Verantwortung für ihren schulischen und beruflichen

Werdegang zu übernehmen. So wird auch an der Gemeinschaftsschule der Übergang in

das System der beruflichen Bildung bzw. in die Arbeitswelt systematisch begleitet.

Die Berufsorientierung beginnt bereits in Klasse 5 durch entsprechende Inhalte verschiedener Unterrichtsfächer und die Teilnahme am Girls‘ und Boys‘ Day und dem Sozialen Tag.

Ab Klasse 8 setzt, zusätzlich zu weiterführenden Unterrichtsinhalten, ein ausführliches Berufsorientierungsprogramm ein, das die Berufsberatung, das Bewerbungstraining und die Arbeit mit dem Berufswahlpass beinhaltet. Dabei werden wir von unseren Kooperationspartnern unterstützt.

In den Klassen 8 und 9 werden die beiden Betriebspraktika durchgeführt, ergänzt durch verschiedene weitere Möglichkeiten der Berufsorientierung, wie z. B. die Lehrstellerallye und die NordJob in Flensburg.

Zu der Kooperation mit dem Beruflichen Gymnasium und den Beruflichen Schulen in Husum gehören auch Informationsveranstaltungen für Eltern und Schüler sowie Schnuppertage an den weiterführenden Schulen.

Ein schulinternes Curriculum zur Berufsorientierung liegt vor.

4.3 Übergang in die gymnasiale Oberstufe der Beruflichen Schule

Zwischen der Gemeinschaftsschule Nordstrand und der Beruflichen Schule in Husum besteht ein Kooperationsvertrag, der den Übergang der Schülerinnen und Schüler von der Sekundarstufe I zur Sekundarstufe II unter Berücksichtigung der Voraussetzungen gewährleistet.


4.4 Förderschullehrkraft

Die Sonderschullehrkräfte des Förderzentrums Husum unterstützen die Lehrkräfte der Herrendeichschule Nordstrand in der Herausforderung, Kindern mit Förderbedarf eine integrative bzw. inklusive und chancengerechte Bildung und eine individuelle Förderung zu gewährleisten. Sie sind in folgenden Aufgabenbereichen tätig:

  • Präventionsarbeit in der Eingangsphase
  • Sprachheilarbeit
  • begleitende Beratung und Unterstützung von Übergangssituationen, z. B. Wechsel vom Kindergarten an die Grundschule und Wechsel von der Grundschule an die weiterführende Regelschule
    • Teamarbeit
    • Initiierung und Begleitung von Lernprozessen in heterogenen Lerngruppen insbesondere bei Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf der Basis ihrer individuellen Förderpläne
    • Beratung bei der Lernplanarbeit
      • Unterstützung bei Elterngesprächen
      • Fördermaßnahmen
      • Diagnostik
        • Mitwirkung bei der Schuleingangsdiagnostik
        • lernprozessbegleitende Diagnostik
        • sonderpädagogische Überprüfung
        • Entwicklung und Durchführung gezielter Fördermaßnahmen
          • Kurse (z.B. Leseintensivmaßnahme)
          • vorübergehende Kleingruppenarbeit und Einzelförderung
          • Erstellen von sonderpädagogischen Förderplänen, präventiven Förderplänen und Zielplänen
          • Unterstützung in der Berufsorientierung
          • Vermittlung außerschulischer Unterstützungsangebote (z.B. Schulpsychologe, Logopäde, Jugendamt, Begabtenförderung SHiB usw.)
          • schulische Erziehungshilfe (Tandem)
  • gemeinsamer Unterricht

5. Leistungsbewertung

Leistungsbewertung wird an unserer Schule auch als Lernberatung verstanden, die im Sinne einer „Hilfe zur Selbsthilfe“ der individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern dient.

Zu den Leistungsüberprüfungen zählen

  • die mündliche Mitarbeit
  • schriftliche Aufgaben
  • Tests
  • Klassenarbeiten
  • mündliche Vorträge (Referate)
  • praktische Aufträge (Werkstücke, Ausstellungen, ...)
  • Abschlussprüfungen

Die Gemeinschaftsschulverordnung sieht vor, dass die Eltern im Laufe des 8. Schuljahres über den zu erwartenden Schulabschluss ihrer Kinder informiert werden.


6.   Konzept zur Umsetzung einer Offenen Ganztagsschule an der  

      Grund- und Gemeinschaftsschule Nordstrand

6.1. Einleitung

Die Bedingungen, unter denen Kinder in unserer Gesellschaft leben, haben sich in den letzten Jahren verändert:

-       Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf soll ermöglicht werden.

-       Die Rückkehr in den Beruf, insbesondere von Frauen, soll erleichtert werden.

-       Soziale Probleme und schwierige Erziehungssituationen müssen berücksichtigt werden.

Berufstätige Eltern erwarten verlässliche Unterrichts- und Betreuungszeiten.

Die Kinder benötigen einen geregelten Tagesablauf, in dem Unterricht, Erziehung, Lernen und Spielen ausreichend Platz haben. Für die Schule ergeben sich daraus neue Aufgaben und Ziele:

-       mehr Zeit für die Kinder

-       ein erweitertes Bildungsangebot

-       individuelles und ganzheitliches Lernen

-       pädagogische Freizeitgestaltung

-       Fördern und Fordern einzelner Kinder

-       Hausaufgabenbetreuung

-       Einbeziehung von Kooperationspartnern, z. B. dem Sportverein

-       Öffnung der Schule in ihr Umfeld

Die Grund- und Gemeinschaftsschule Nordstrand wird daher als Offene Ganztagsschule geführt. An drei Nachmittagen in der Woche wird ein vielfältiges Angebot bereitgehalten. Es gibt Förder-, Betreuungs- und Freizeitangebote. In der Mittagszeit wird eine warme Mahlzeit angeboten. Übergeordnetes Ziel ist die Verlässlichkeit, um Eltern zu entlasten und ihnen zu ermöglichen, Familie und Beruf besser zu vereinbaren.

  1. 6.2Teilnehmende

Das Angebot der Offenen Ganztagsschule richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 1.

 

  1. 6.3Teilnahmebedingungen

Der Besuch der Offenen Ganztagsschule ist grundsätzlich freiwillig.

Eine Anmeldung für den Ganztagsbetrieb ist jedoch verbindlich und gilt zumindest für ein Schulhalbjahr.

  1. 6.4Kooperationspartner

Mit folgenden Partnern wurden Angebote für die offene Ganztagsschule vereinbart:

  • dem ortsansässigen Sportverein TSV Nordstrand
  • den Landfrauen (Gesunde Ernährung, Kochkurse,…)
  • Eltern und im Ehrenamt Tätige (Spiele, Vorlesen, Theater, Musik,…)
  • dem Jugendtreff
  • der Schutzstation Wattenmeer / dem Nationalparkamt SH

Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zu den Vereinen, sondern als Partner.

Als grundlegend wichtig sehen wir die Hausaufgabenbetreuung an.

 

  1. 6.5Nachmittagsangebot

Die Angebote der Offenen Ganztagsschule sind themenbezogen, klassen- und jahrgangsübergreifend. Sie werden möglichst abwechslungsreich, altersgemäß und an den Interessen der Kinder und Jugendlichen orientiert sein.

Der Nachmittagsbetrieb beginnt mit einer Regenerationsphase einschließlich eines preiswerten, gesunden Mittagessens. Dieses wird je nach Stundenplan in zwei Schichten ausgegeben.

Wir planen in der Zeit von 13.40 Uhr bis 15.10 Uhr ein jeweils halbstündiges oder einstündiges Angebot. Die Erfahrungen vor Ort werden zeigen, wie das Angebot Schritt für Schritt erweitert werden kann.

6.6Betreuungskräfte

Die Kurse werden von Übungsleitern, Trainern, Erziehern, Sozialarbeitern, Sozialpädagogen oder auch Fachleuten (z. B. Handwerkern) angeboten werden. Ergänzend dazu können auch geeignete Eltern, Studenten, Praktikanten oder ehrenamtliche Angebote machen.

  1. 6.7 Aufgaben des Schulträgers

Der Schulverband baut eine behindertengerechte Mensa, so dass die Kinder über Mittag versorgt werden. Eine vom Schulverband fest eingestellte Küchenkraft sorgt in diesem Bereich für die Zubereitung des Mittagessens (täglich mindestens 2 Stunden).

  1. 6.8Schülerbeförderung

Der Schulverband hat bereits zu Beginn dieses Schulhalbjahres für eine zeitgerechte Beförderung der Schülerinnen und Schüler gesorgt, um diesen eine Teilnahme an den Nachmittagsveranstaltungen am Schulstandort zu ermöglichen.

 

  1. 6.9Elternarbeit / Evaluation

Einmal pro Schulhalbjahr findet ein Elternabend für die „Ganztagskinder“ statt, bei welchem u.a. die Veranstaltungen der Offenen Ganztagsschule evaluiert werden. Ein regelmäßiges Feedback ist unabdingbar für eine stetige Verbesserung und Weiterentwicklung einer kindgerechten, inklusiven und familienfreundlichen Schule.

  1. 6.10Abschließende Bemerkungen

Die dauerhafte Umsetzung all dieser Ziele kann nur gelingen, wennimmer ausreichend Personal zur Verfügung steht,

  • angemessene Räume vorhanden sind,Rückzugsmöglichkeiten für Ruhezeiten sowie geeignete Beschäftigungsmöglichkeiten (Spiele, Spielgeräte, etc.) zur Verfügung stehen und
  • Organisation und Koordination der Offenen Ganztagsschule verbindlich und zuverlässig sind.

6.11 Verbindliche Umsetzung

Die Gemeinde Nordstrand als Schulträger sagt verbindlich zu, dass die im Raster der   Wochenstrukturpläne vorgesehenen Angebote unter Berücksichtigung der geltenden Richtlinie für Ganztag und Betreuung stattfinden können.

  1. 6.12Übergangslösung

Bis zur Fertigstellung der Mensa haben die Schülerinnen und Schüler, wie schon bisher, die

Möglichkeit, in einem durch Türen abgeteilten sowie mit Tischen und Bänken ausgestatteten Teil des Schulflures ihr Mittagessen einzunehmen.

 

7      Sonstiges

7.1 Ausbildungsschule

Die Herrendeichschule hat sich über Jahrzehnte als Ausbildungsschule für Grund-, Haupt- und Realschullehrer/innen bewährt. Einige unserer Kolleginnen und Kollegen sind mittlerweile zertifizierte Ausbildungslehrkräfte.

Die Ausbildung des Nachwuchses wird grundsätzlich für selbstverständlich gehalten, denn gerade der Austausch mit den Lehrkräften in Ausbildung fördert die Auseinandersetzung mit didaktischen und methodischen Fragen.

Dieser Aufgabe werden wir uns auch als Gemeinschaftsschule verpflichtet fühlen. Ein Ausbildungskonzept liegt vor.

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7.2. Lehrerfortbildung

Um alle Lehrkräfte gleichermaßen auf die komplexen Anforderungen an der Gemein-schaftsschule vorzubereiten, ist eine umfassende und vielfältige Lehrerfortbildung un-abdingbar (siehe auch Fortbildungsoffensive des Bildungsministeriums).

Wünschenswert ist sowohl die Teilnahme des gesamten neuen Kollegiums an Abruf-veranstaltungen des IQSH, z. B. über grundlegende methodisch-didaktische Themen, sowie die Teilnahme einzelner Fachgruppen an fachspezifischen Fortbildungen.